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Old 09.12.2005, 18:02   #1
Pate 2
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Film

So, ich habe von unserem neuen Admin ( Huldigt ihm) AMD die Erlaubnis bekommen, einen Thread zu eröffnen, der sich mit der Thematik "Filmkunst" beschäftig, also sozusagen ein Pendant zum Thread "Musik". Was soll man hier posten ?
Ganz einfach, ihr könnt hier über Sachen diskutieren wie:
Regisseure:

Klassiker:

"Kultfilme":

Neu im Kino:


Natürlich darf man hier auch die neusten Trailer posten, aber bitte nicht nur den Link, sonder auch Infos über den Film, der zum Trailer gehört.
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Last edited by Pate 2; 07.08.2006 at 18:46.
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Old 09.12.2005, 18:29   #2
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um mich selber zu zitieren:

Natural Born Killers

Die Musik startet und eine junge Frau beginnt zu tanzen. Ihre rythmischen Bewegungen animieren einen Trucker. Er beginnt mit ihr zu flirten. Die Musik endet. Plötzlich beginnt die Frau auf den Trucker einzuschlagen. Blut spritzt. Ein anderer Mann versucht in das Geschehen einzugreifen, doch ein durchtrainierter Typ an der Theke baut sich vor ihm auf. Ein riesiges Messer blitzt auf, Schnittgeräusche, die Gedärme des Truckers fallen auf den Boden. Verstört blickt er in die Kamera und bricht zusammen. Der riesige Kerl zückt eine Knarre und streckt die Köchin nieder. Ihr Blut spritzt an die Wände. Schnell und gnadenlos dreht er sich zu seinem nächsten Opfer und zückt das riesige Messer ...

Die Eröffnungssequenz von "Natural Born Killers" zeigt ungeschönt die Brutalität und Schonungslosigkeit, mit der Mickey (Woody Harrelson) und Mallory Knox (Juliette Lewis) durch die Staaten ziehen. Das Liebespaar tötet gnadenlos und willkürlich. Sie hinterlassen ihre blutige Spur überall da, wo sie auftauchen. Sie sind Sadisten, die sich am Leid anderer Menschen ergötzen. Ihr Moralverständnis ist ihnen längst abhanden gekommen. Die Polizei ist machtlos. Erst einige Schlangenbisse lassen das vergiftete Paar unvorsichtig werden. Bei dem Versuch, ein Gegenmittel zu beschaffen, werden Mickey und Mallory von der Polizei gestellt und gefangengenommen. Doch dank eines gerissenen TV-Reporters sind die Massenmörder mittlerweile zu "Vorbildern" der amerikanischen Fernsehkultur verkommen. Es gibt keine Zeitung, die nicht über das durchgeknallte Paar berichtet, ihre Köpfe zieren die Titelseiten zahlreicher Magazine. Reporter Wayne Gale (Robert Downey Jr.) wittert die Chance seines Lebens. Er will ein Exklusiv-Interview mit Mickey Knox während der Live-Übertragung des Superbowls führen. Dies wäre sein endgültiger Durchbruch und er würde Fersehgeschichte schreiben. Doch während der Werbepause eskaliert die Situation. Eine Revolte bricht unter den Gefangenen aus. Sie überwältigen die Wachen. Mickey nutzt die Verwirrung und befreit sich. Gnadenlos tötet er die Wachen und nimmt Gale und dessen Kameramann als Geisel. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Mallory. Nach langer Zeit endlich wieder vereint, brechen Mickey und Mallory aus dem Gefängnis aus. Die Kamera und der Reporter sind ihre ständigen Wegbegleiter. Doch auch für Wayne Gale endet die Geschichte nicht mit einem Happy-End ...

Oliver Stone`s Film zu beschreiben, fällt nicht gerade leicht. "Natural Born Killers" ist verstörend, brutal, zynisch und wie ein Tripp auf Drogen. "NBK" ist in vielen Ländern kontrovers diskutiert und wahrscheinlich der visuell eigenwilligste Film des Jahrhunderts. Mit unglaublicher Brachialgewalt erzählt Stone die Geschichte des Gangsterpaares, das mordend durch die Staaten zieht. Dazu benutzt der Regisseur wahrscheinlich alle Filmtechniken und Formate, die ihm jemals zur Verfügung gestanden haben. Er wechselt willkürlich zwischen Schwarzweiß und Farbaufnahmen, vermischt Realfilm mit Zeichentrick. Stone benutzt die unterschiedlichsten Filmformate (35mm, 16mm und Super 8 ) und schneidet alles mit der Rasanz eines Musikvideos zusammen. Keine Einstellung hält er länger als ein paar Sekunden. Viele Schauplätze werden in surrealem Licht ausgeleuchtet. Desweiteren benutzt Stone viele Perspektivwechsel und unkonventionelle Kameraeinstellungen.

Zynisch ist "NBK" vor allem wegen seinem Umgang mit der Sensationsgeilheit der Presse und der Beeinflussbarkeit der Menschen. Ein karrieregeiler Reporter sieht in den Killern seine Aufstiegschance und macht aus ihnen medienwirksam eine Fernsehsensation. Die Zuschauer ziehen natürlich mit und pushen die Mörder immer mehr zu Volkshelden und Idolen. Die Medienpräsens zieht immer weitere Kreise. Dort, wo Mickey und Mallory autftauchen, herrscht ein regelrechter Menschenansturm. Sogar eigene Fangruppierungen bilden sich und fordern auf Plakaten ihre eigene Hinrichtung ("Murder Me"). Stone treibt den Hype um die Serienmörder auf die Spitze, doch seine Kritik ist gar nicht so realitätsfremd.

In der heutigen Zeit scheint es nicht schwer zu sein, aus Nobodys verehrenswürdige Stars zu machen. An Beispielen wie Big Brother, Stefan Raab und Frau "Maschendrahtzaun" Zindler sieht man auf eindrucksvolle Weise, wie schnell Menschen und Sendungen Kultstatus erlangen können. Publicity, Fernsehauftritte und einige Sprüche reichen aus - wirkliche Fahigkeiten sind den Zuschauern in der Regel egal. Selbst ein Typ wie Zlatko wird zum Volkshelden, weil er sein Unwissen stolz zur Schau stellt und den dummen Menschen ein Gefühl der Überlegenheit gibt. Dass er eigentlich nur eine Witzfigur ist , spielt dabei keine Rolle - solange Geld und Image stimmen. In vielen Bereichen unseres Lebens kann man die Macht der Presse miterleben. Sobald ein Boulevardblatt ein Gerücht verbreitet, halten es viele Menschen für bare Münze. Das Image eines Stars kann so genau gesteuert und beeinflusst werden. Irgenwann ist jedoch der Exitus erreicht und es gibt keine Steigerung mehr. Dann werden schlaue Menschen neue Unterhaltungsshows konzipieren, die wieder Tabuthemen brechen. So wird es weiter und weiter gehen, denn die Sensationslust des Zuschauers steigt im selben Umfang. Irgendwann werden dann vielleicht Shows auftauchen, die als Einsatz das Leben fordern. Wir befinden uns in einem Teufelskreis, denn der Alltag wird langweiliger und wir wollen stetig härtere Unterhaltung ...

Diskussionen hat "NBK" besonders wegen seiner freizügigen Gewaltdarstellung und Brutalität ausgelöst. Der Film ist sehr realistisch inszeniert. Die Gewalt wird schonungslos gezeigt. Die Kamera hält immer voll drauf. Die drastische Darstellung führte schliesslich dazu, dass "NBK" u.a. für die Amokläufe einiger Schüler verantwortlich gemacht wurde. Der "Director`s Cut" ist natürlich ungeschnitten und 121 Minuten lang. Er beinhaltet ca. 3 Min. zusätzliches Material.

Die Besetzung von "NBK" ist ausgesprochen gut gewählt. Woddy Harrelson und Juliette Lewis verkörpern das sadistische Gangsterpaar glaubhaft. In weiteren Rollen spielen Tommy Lee Jones (Gefängnisdirektor), Robert Downey Jr. (Reporter) und Tom Sizemore (Polizist). Insgesamt gesehen sind alle Figuren in "NBK" völlig abgedreht. Während Harrelson und Lewis die Massenmörder sind, spielt Jones einen Gefängnisdirektor, der stets am Rande des Nervenzusammenbruchs ist. Robert Downey Jr. übernimmt die Figur des Reportes, der langsam durchknallt und letztendlich selbst Gefallen am Töten findet. Ähnlich ergeht es Tom Sizemore, dessen Figur ein sexgeiler Polizist ist, der selbst einige Unschuldige auf dem Gewissen hat.

Dazu kann man noch sagen, dass Natural Born Killers zurzeit mein absoluter Lieblingsfilm ist. Noch nie hat mich ein Film so sehr beeindruckt und gleichzeitig schockiert wie NBK.

Besonders zu empfehlen ist auch der Soundtrack, der mit Interpreten wie Nine Inch Nails, Juliette Lewis, Dr. Dre und Snoop Dog aufwarten kann und die kranke pseudo-surriele Stimmung des Filmes perfekt wiederspiegelt.
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Old 09.12.2005, 18:57   #3
Pate 2
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Originally Posted by CJ-piSToL
ne gute idee
Okay, kann bitte jemand den Post löschen oder gleich das ganze Individuum

So, ich habe hier mal einen Trailer für euch. http://movies.apple.com/movies/lions...f_war_m480.mov

Der Film heißt Lord of War und handelt von einem Waffen-Händler, gespielt von Nicholas Cage, der zu den ganz großen in diesem schmutzigen Geschäft gehört. Er liefert Waffen für Bürgerkriege und für andere Konflikte.

Auf der Flucht vor einem Cia Agenten kommen ihm Zweifel an seinem Handeln auf.
Also der Film ist im September in den USA angelaufen und am 26. Januar kann man die amerikanische DvD käuflich erwerben. Wann dieser Film nach Deutschland kommt, kann ich leider noch nicht sagen, dafür haben ich schon viel von dem Film gesehen und muss sagen, dass er mich zumindest teilweise beeindruckt hat. Alleine der Vorspann ist an Genialität kaum zu übertreffen, man verfolgt mit einer Kamera eine Patrone von der Herstellung in einer Fabrik, bis zum Abfeuern des Projektils im afrikanischen Bürgerkrieg und dessen tödliche Wirkung.

Nochmal eine Kritik von http://www.freshfilms.de/

Quote:
Lord of War
Yuri Orlov (Nicolas Cage) gibt der Menschheit, was sie in Zeiten von Naturkatastrophen, Hunger und Krieg am bitter nötigsten braucht: Waffen. Große, kleine, aus zweiter Hand oder neue, halbautomatisch oder vergoldet. Die Satire von Andrew Niccol (The Terminal, Truman Show), über die Erfüllung des amerikanischen Traumes im blutigen Geschäft des Waffenhandels zeigt menschliche Abgründe, wie sie hingenommen werden, solange der Zoll und das Finanzamt ihren Anteil bekommen. Weder an Ideen, noch an martialischen (und echten!) Requisiten wurde gespart und es ist nach "Adaptation" (2002) sicherlich Cage’s bester Film bisher.

Yuri und sein Bruder Vitaly (Jared Leto) kommen als ukrainische Einwanderer nach Litte Odessa, New York in den 50ern. Schnell findet Yuri einen legalen und unmoralischen Weg zu bekommen, was er sich wünscht: Die Frau seiner Träume Ava Fontaine (Bridget Moynahan) und den üblichen Luxus. Ava genießt das schöne Leben, ohne Fragen zu stellen, bis ihr der Zollfahnder Jack Valentine (Ethan Hawke) sie mit der Wahrheit konfrontiert. Ava: “I've failed at everything in life, but I will not fail as a human being.” Moralisten werden hoffen Yuri bekommt, was er verdient, den Tod, Cineasten werden auf eine milde Bestrafung hoffen. Doch ohne Zweifel ist die Moral der Geschichte eindeutig: “Governments are changed more often by bullets than votes.” Speziell die ersten zehn Minuten sind fast die besten des Films und lassen keinen Zweifel am Stil der folgenden 110 Minuten.

Sicherlich ist Yuris Figur kein Sympathieträger und doch kann man ihn verstehen, bangt man mit ihm, hofft auf seine Einsicht oder eine Lektion. Yuri hat ein reines Gewissen, denn er handelt legal mit allen nötigen Papieren und Einfuhrgenehmigungen und es ist nicht er, der die Menschen tötet. Die 40.000 nach dem Kalten Krieg von der russischen Armee erworbenen AK-47 (oder besser bekannt als Kalaschnikov) werden von der Steuer abgesetzt. Die AK-47 ist ein solcher Verkaufschlager, wegen ihrer Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Selbst Kinder können sie problemlos bedienen – und sie tun’s. Aber das ist nicht mehr Teil von Yuris Geschäft.

Niccol schreckt nicht davor zurück auch die amerikanische Regierung anzuprangern, woran Michael Moore seine wahre Freude haben dürfte. Schweres Material, serviert in leichtverdaulichen Häppchen wird hoffentlich ausreichen, um zum Denken anzuregen und sich die witzigsten Sprüche wieder und wieder vor Augen zu führen.

Yuri: “You know who's going to inherit the world? Arms dealers. Because everyone else is too busy killing each other.”

Yuri: “There are two types of tragedies in life. One is not getting what you want, the other is getting it.”


Website: http://www.lordofwarthemovie.com/
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Last edited by Pate 2; 09.12.2005 at 19:30.
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Old 20.12.2005, 21:15   #4
Pate 2
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So, ich habe die Berechtigung als VIP ( )hier mehrfach hintereinander zu posten, da es ab heute meine Aufgabe ist euch über bereits erschienene Filme und auch noch nicht erschienene Filme zu informieren. Dabei werde ich wahrscheinlich öfterst mehrmals hintereinander posten, damit euch meine Informationen auch erreichen und der Film-Thread nicht in Vergessenheit gerät.

Den Anfang macht ein Film namens Jarhead. Leider fehlt mir heute die Zeit selbst eine Review zuverfassen, aber ich hoffe, dass sich dies in nächster Zeit ändert wird.
Außerdem habe ich Jarhead selbst noch nicht gesehen, da er im November in den USA angelaufen ist und erst am 5.Januar 2006 zu uns in die Kinos kommt.



Bitte stellt euch erstmal mit der Review von www.filmstarts.de zufrieden:

Quote:
Kritik: „Let‘s kick some Iraqui ass!“ – so der klischeehaft dumpf-martialische Schlachtruf der US-Marinescharfschützen, die im Sommer 1990 in die Wüste am Persischen Golf geschickt werden. Das Ironische an der Geschichte: Nach einer langen und zermürbenden Vorbereitung auf den eigentlichen Kriegseinsatz, welcher am Ende nur gut vier Tage dauern soll, werden die zum Töten ausgebildeten Kampfmaschinen zwar nicht eine Gelegenheit erhalten, auch nur einen Schuss aus ihrer Waffe abzufeuern. Und dennoch erweist sich dieser Einsatz für die Männer als solcher, bei dem sie durch die Hölle gehen und der sie für den Rest ihres Lebens zeichnen wird. „Jarhead“ – so lautet die umgangssprachliche Bezeichnung für jene Elitesoldaten der US-Marine, und diesen Titel trägt auch Sam Mendes‘ Verfilmung von Anthony Swoffords gleichnamigem Buch, in welchem er seine Erlebnisse als Soldat während des ersten Golfkrieges schildert.

Tony Swofford, genannt Swoff (Jake Gyllenhaal), absolviert sein Training bei den Marines, um als Scharfschütze ausgebildet zu werden. Was genau er sich von dieser Karriere verspricht, darüber scheint er sich selbst nicht wirklich im Klaren zu sein. Insofern zeigt sich eine interessante Parallele zum Protagonisten von Albert Camus‘ Roman „Der Fremde“ - das Buch mit welchem ihn sein neuer Vorgesetzter Sykes (Jamie Foxx), dessen Einheit er schließlich zugeteilt wird, auf dem Lokus erwischt. Doch Swoff soll erst gar keine Gelegenheit bekommen, über diese eventuelle Ähnlichkeit weiter zu reflektieren, da ihm der Staff Sergeant bei dieser Gelegenheit unmissverständlich klarmacht, dass unter seinem Kommando derlei Beschäftigung mit geistigen oder kulturellen Dingen unangebracht sei, und das Buch anschließend demonstrativ im Mülleimer verschwinden lässt. Statt dessen ergötzt sich die Truppe lieber jubelnd am Leinwandspektakel des Hubschrauberangriffs zu Wagners „Ritt der Walküren“ aus Francis Ford Coppolas Apocalypse Now, nach welchem die Vorstellung dann für eine wichtige Durchsage unterbrochen wird – ein anschauliches Beispiel dafür, dass sich selbst noch eines der besten und kritischsten Kunstwerke der amerikanischen Filmgeschichte letztlich eben auch für propagandistische Zwecke missbrauchen lässt.

Während einige Anfangsszenen, die sich mit der Ausbildung der Soldaten auseinander setzen, unmittelbar an Stanley Kubricks Full Metal Jacket erinnern, spielt sich der ungleich längere Mittelteil des Films in der Wüste ab, in der sich die Einheit unter extremen Bedingungen auf den eigentlichen Kriegseinsatz vorbereitet. Der Tagesablauf gliedert sich in die elementaren Bausteine Gewehrputzen, Schießübungen, Briefe lesen, Hydrieren, Dehydrieren, Schlafen und Masturbieren. Das, was den Männern nach der Ausbildung daheim noch an Hirn übrig geblieben sein sollte, wird während dieser Routine und des ständigen Drills unter der heißen Wüstensonne langsam zerkocht. Als der lang erwartete Einsatz kommt, gilt es bei einem gegnerischen Artillerieangriff sowie einer Aktion von friendly fire am Leben – und während des Marsches entlang einer restlos zerbombten Flüchtlingskolonne, bestehend aus Autowracks und verkohlten Leichenteilen, sowie inmitten der brennenden Ölfelder bei Verstand zu bleiben.

Die Scharfschützen operieren in Zweierteams, und Swoffs Partner Troy (Peter Sarsgaard) stellt sich während des längsten Teils der Handlung als derjenige in der Gruppe heraus, der auch in den extremsten Situationen, in welchen sich andere schon am Rande des Wahnsinns bewegen, noch in der Lage ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und seine Kameraden zur Raison zu bringen. Tragisch, das es gerade diese Figur ist, die entgültig die Nerven verliert, als Sykes den beiden im letzten Moment die einzige Möglichkeit zum direkten Schuss verwehrt, als eigentlich alles schon gelaufen ist – die Bomber sollen auch den letzten Rest noch erledigen. Troy hätte in diesem Schuss ein für ihn zu diesem Zeitpunkt noch einziges Sinn stiftendes Moment gesehen, welches die vorhergehenden, sinnlosen Strapazen hätte rechtfertigen können. An seinem Schicksal kulminiert somit die ganz spezifische Unsinnigkeit des Krieges im Zusammenhang dieses Films, der Menschen zeigt, welche in den Krieg geschickt werden, dabei mit all seinen Schrecken konfrontiert werden, und sich im Nachhinein inklusive ihrer ursprünglichen Mission als völlig überflüssig erweisen.

Jake Gyllenhaal, der sich bisher vor allem in den Hauptrollen der erfolgreichen Independent-Produktionen Donnie Darko und „The Good Girl“ einen Namen gemacht hat (sowie in Roland Emmerichs The Day After Tomorrow), zeigt auch in der Rolle des Tony Swoff eine durchweg solide Leistung. Das Gleiche gilt für seinen Kollegen Peter Sarsgaard ( Garden State, Kinsey). Auch Jamie Foxx in der Nebenrolle des Staff Sergeant Sykes kann sich nach seinem letzten Auftritt im peinlichen Stealth wieder rehabilitieren, ohne auch dieses Mal auf seine schwarze Sonnenbrille aus Ray verzichten zu müssen.

Regisseur Sam Mendes ist es gelungen, nach seinen Erfolgen American Beauty und Road to Perdition auch im Genre des Antikriegsfilms ein bewegendes, authentisches und zur Reflexion zwingendes Ergebnis abzuliefern. „Jarhead“ reiht sich somit in die Tradition seiner bereits genannten Vorgänger ein, auf welche er bisweilen auch inhaltlich oder stilistisch Bezug nimmt, und stellt sein eigenes Thema zugleich in einen kritischen Gesamtkontext zum Themenkomplex „Krieg“ überhaupt. Der Zuschauer verfolgt das Geschehen durchgehend aus der Perspektive von Anthony Swofford, auf dessen autobiografischer Vorlage die Handlung basiert, was ihm stellenweise durch geschickten Einsatz von Voice Overs ins Bewusstsein gerufen wird. Künstlerisch wertvoll sind vor allem Szenen wie solche, in der Swoff träumt, im Spiegel eines Waschraums das Gesicht seiner daheim gebliebenen Freundin (Brianne Davies) zu erblicken, an deren Treue er bereits zweifelt, und sich daraufhin ins Waschbecken erbricht, welches sich dabei mit dem Wüstensand füllt, der ihn stetig umgibt.

Am Ende der Handlung, als die Soldaten wieder zuhause empfangen werden, ein alter Vietnam-Veteran zu ihnen in den Bus steigt und den Männern zu ihrem „sauberen Einsatz“ gratuliert, kommt Swofford zu der Erkenntnis: „Every war is different. Every war is the same.“ Tatsache ist, dass auch er selbst zu einem gezeichneten Veteranen geworden ist, ohne selbst einen einzigen Menschen während des Kriegseinsatzes in der Wüste getötet haben zu müssen. Diese Erfahrung hat sich ihm ebenso eingebrannt wie das Mal, welches sich die Kameraden der Truppe als Zeichen der Dazugehörigkeit ins Fleisch gebrannt haben – gleichgültig, was für ein Leben sie künftig führen werden: „We‘re still out there in the desert.“


Trailer: http://trailer.uip.de/jarhead/trailer.html
Website: http://movies.uip.de/jarhead/
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Ich habe gerade noch Zeit zu schreiben, was ich über den Film denke. Die Besetzung ist genial und ein Werk von Sam Mendes kann kein schlechter Film sein. Der Trailer hat mich auch schon überzeugt und ich finde es sehr interessant mal einen Kriegsfilm zusehen, der sich nicht durch brutale Szenen darbietet.
Man darf gespannt sein
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Noch eine Bitte: Lasst mich nicht im Stich und diskutiert hier auch über Filme, dafür habe ich den Thread ja das Leben geschenkt. Danke (Ich zähle auf euch Batpawn, Toni, BUBBA und Rest....)
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Last edited by Pate 2; 20.12.2005 at 21:37.
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Old 20.12.2005, 21:59   #5
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Originally Posted by Pate 2
Die Besetzung ist genial und ein Werk von Sam Mendes kann kein schlechter Film sein.
Meinst du jetzt wegen American Beauty oder wegen Road to Perdition? Weil Company und Cabaret war Schrott hoch 10 und Jarhead, Sweeney Todd, The Kite Runner, Starter for Ten oder Things We Lost in the Fire kommen erst 2006 raus oder werden erst gedreht!
Na ja mal sehen vieleicht leihe ich mir dem mal in einem Jahr aus der Videothek aus, ich kann solche Ami-Kriegsstreifen nicht auf einer grossen Leinwand sehen da erschlägt mich immer der Patriotismus!
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Old 20.12.2005, 22:14   #6
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Originally Posted by Leontdi
Meinst du jetzt wegen American Beauty oder wegen Road to Perdition? Weil Company und Cabaret war Schrott hoch 10 und Jarhead, Sweeney Todd, The Kite Runner, Starter for Ten oder Things We Lost in the Fire kommen erst 2006 raus oder werden erst gedreht!
Na ja mal sehen vieleicht leihe ich mir dem mal in einem Jahr aus der Videothek aus, ich kann solche Ami-Kriegsstreifen nicht auf einer grossen Leinwand sehen da erschlägt mich immer der Patriotismus!
Natürlich auf Road to Perdition und American Beauty bezogen.....
Und ich glaube nicht, dass uns dort Patriotismus erschlagen wird. Es geht ja auch anders wenn man sich Platoon, Apokalypse Now, Hamburger Hill und Full Metal Jacket anguckt. Also dort wurde ich wirklich nicht von Patriotismus erschlagen.
Der Film behandelt ja gerade nicht irgendwelche Glanztaten im Krieg, ausgeführt von amerikanischen Marines, sonder die Psyche einer Truppe, die sich im Laufe sehr stark zum negativen verändert und dies obwohl sie selbst kaum in Kampfhandlungen verwickelt werden. Keine Kampfhandlungen bieten auch nur wenig Platz für eine glanzvolle Darstellung "tapferer" Marines.


Bisher sind die Bewertungen durchweg positiv.


Und danke, dass du diskutierst ^^
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Old 20.12.2005, 22:29   #7
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Er könnte über all 10 von 10 Punkten haben ich mag solche Filme trozdem nicht! Ist halt einfach nicht mein Genre da zocke ich lieber oder schaue mir zum 10 mal mit meiner Freundin Boondock Saints an.
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Old 21.12.2005, 09:17   #8
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Originally Posted by Leontdi
Er könnte über all 10 von 10 Punkten haben ich mag solche Filme trozdem nicht! Ist halt einfach nicht mein Genre da zocke ich lieber oder schaue mir zum 10 mal mit meiner Freundin Boondock Saints an.
Achso, ich habe jetzt gedacht, dass du sie nur ungerne siehst, weil (nach deiner Meinung) immer zu viel Patriotismus vorkommt.
Die typische "Geschmäcker sind verschieden"Situation


Diesen Post werde ich heute noch editieren und euch einen Film vorstellen.
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Old 21.12.2005, 12:27   #9
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Jarhead finde ich nicht so besonders. Klingt sehr nach einer Aus-alt-mach-neu Struktur, die mich an Full Metal Jacket erinnert.
Hab gestern King Kong gesehen. Kein besonders rockender Film, aber dennoch sehenswert.
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Old 21.12.2005, 12:51   #10
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Jarhead finde ich nicht so besonders. Klingt sehr nach einer Aus-alt-mach-neu Struktur, die mich an Full Metal Jacket erinnert.
Hab gestern King Kong gesehen. Kein besonders rockender Film, aber dennoch sehenswert.
Nun ja, ich gehöre zu den Menschen, die nichts gegen die Aus-alt-mach-neu Struktur haben, so lange das Ergebnis gut ist. Es gibt außerdem wesentlich Unterschiede. Die Ausbildungen nimmt nicht die Hälfte des Filmes ein wie in FMJ. Es gibt keine richtigen Gefechte in dem Film (was ich besonders finde für ein Kriegsfilm ^^ ).

King Kong fande ich nicht überzeugend. Der Zuschauer wird mit Effekten an die Leinwand gefesselt und das fast 3 Stunden. Allein die Laufzeit ist eine Zumutung. Er wurde teilweise dann auch zu "lustig" und Spannung hat fast vollkommen gefehlt.
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Old 21.12.2005, 13:03   #11
Toni Cipriani
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Originally Posted by Pate 2
King Kong fande ich nicht überzeugend. Der Zuschauer wird mit Effekten an die Leinwand gefesselt und das fast 3 Stunden. Allein die Laufzeit ist eine Zumutung. Er wurde teilweise dann auch zu "lustig" und Spannung hat fast vollkommen gefehlt.
Ganz so drastisch würde ich es nicht formulieren, aber im Grunde leider richtig.
Ich interessiere mich ja noch für das Sakrileg. Der Da Vinci Code wird sicher ein spannender Film.
Vor ein paar Wochen habe ich auch Den Exorzismus der Emily Rose angeschaut. Auch sehr spannend und hat ein wiederkäuliches Ende. Gut ist, dass man dabei denken kann was man will. Es ist weder falsch noch richtig, denn auf der einen Seite ist alles simpel zu erklären und auf der anderen Seite sind es soviele Zufälle, dass es nicht normalen Ursprungs sein kann. Ein Filmtipp von mir.
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Old 21.12.2005, 14:32   #12
Viper Anton
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Ein wirklicher Filmtipp ist Boyz`N the Hood



Wer diesen Film jemals gesehen hat, wird ganz schnell von dem Gangsta Style Dreck abkommen, was jedesmal im Fernsehen so rüberkommt.

Platoon ist eenfalls eines der besten, wenn nicht sogar DER beste Anti Kriegs Film.
Wie es mich schockiert hat, als der Trupp in das Dorf eingefallen ist und Männer und Frauen einfach so erschießen, oder Kinder als Erpressungsmittel benutzten.
Doch der Krieg herrscht bei denen nicht im Dschungel, sondern unter sich selbst. Sie bekämpfen sich selber (die eine hälfte steht zu Barns und die andere zu Elaies) und das kommt im Film unerreicht rüber.
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Dann eben nicht!
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Old 21.12.2005, 14:39   #13
Toni Cipriani
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Vom Gangster Dreck abkommen? Im Gegenteil. Wenn man den Film gesehen hat, fühlt sich so mancher 12 Jähriger bestärkt in seinem Tun. Ist zwar kein schlechter Film, weil er auch eine gewisse Perspektive der schwarzen Jugendlichen in LA reflektiert, aber sonderlich sehenswert ist er meiner Meinung nach nicht.
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Old 21.12.2005, 14:57   #14
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Originally Posted by Toni Cipriani
Vom Gangster Dreck abkommen? Im Gegenteil. Wenn man den Film gesehen hat, fühlt sich so mancher 12 Jähriger bestärkt in seinem Tun. Ist zwar kein schlechter Film, weil er auch eine gewisse Perspektive der schwarzen Jugendlichen in LA reflektiert, aber sonderlich sehenswert ist er meiner Meinung nach nicht.
Wieder bin ich vollkommen anderer Meinung.
Boyz N the Hood strahlt zu keinem Zeitpunkt eine Atmosphäre aus, die vermittelt, dass es ja cool ist bewaffnet durch die Straßen zulaufen oder sich gegenseitig abzustechen. Ich wüsste nicht welche Szene du meinen könntest, die einem 12 Jährigen bestärken würde in seinem Tun. Man sieht wie sinnlos all das ist.
Ich halte den Film für äußerst sehenswert. Besonders wegen Larry Fishburne, der dem ganzen Film über versucht seinen Sohn zu erklären, dass der kriminelle Weg von seinem Freunden nicht der richtige Weg sein kann und es ja auch schafft, dass sein Sohn sich nicht an einem Mordanschlag beteiligt.
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Old 21.12.2005, 15:04   #15
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Wieder bin ich vollkommen anderer Meinung.
Boyz N the Hood strahlt zu keinem Zeitpunkt eine Atmosphäre aus, die vermittelt, dass es ja cool ist bewaffnet durch die Straßen zulaufen oder sich gegenseitig abzustechen. Ich wüsste nicht welche Szene du meinen könntest, die einem 12 Jährigen bestärken würde in seinem Tun. Man sieht wie sinnlos all das ist.
Weißt du was ein 12 Jähriger cool findet und was nicht? Die fassen das doch ganz anders auf als wir. Sieht man auch bei San Andreas. Was das Spiel eigentlich vermitteln soll, wird bei einem Publikum von lauter kleiner Bälger völlig ignoriert, viel mehr nicht erkannt. Bei Boyz n the Hood ist die Szene, als der Typ mit der Pump Gun aus dem Auto schießt bei einem jüngeren vielleicht absolut obercool.

EDIT zu dem Post unter mir: Du meinst sicher Hip Hop Hood, was eine Verarsche ist, und NEIN, den meine ich ganz sicher nicht.
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