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Old 01.08.2009, 20:58   #1
LiveLife
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Realität - oder das, was es zu sein scheint

Willkommen liebe Dichter & Denker, wieder einmal möchte ich mich an ein spezielles Thema wagen, was mich wirklich interessiert. Ich erhoffe mir, durch euch vielleicht neue Gedankengänge oder aber Positionen zu erhalten, wie man das Thema behandeln könnte. Nun denn, viel Spass bei Realität - oder das, was es zu sein scheint!

Was ist Realität? Nicht erst seit Matrix wissen wir, dass die Welt wie wir sie sehen, was wir glauben was Realität ist, nichts anderes als die Interpretation unseres Verstandes von verschiedenen elektrischen Signalen ist. Elektrische Signale, geliefert von unseren Augen, unseren Ohren und Nasen, unseren Nerven unter unseren Händen und Füßen und auf unserer Haut.

Bis dato heute, gibt es keine wirklich absolut Aussage, wie Realität in Reinform zu definieren ist. Das Wort Realität kann auf verschiedene Art und Weise gedeutet werden, wissenschaftlich, als auch philosophisch. Aber grundsätzlich, so denke ich, kann man sich darauf einigen, ist Realität das, was tatsächlich passiert, ganz gleich wie wir, der Mensch, es interpretieren oder misinterpretieren. Wenn eine Glasscheibe von einem Hammer zerstört wird, ist dies real, da es wirklich passiert ist. Und zwar, weil die bescheunigten Atome des Hammers den Zusammenhalt der positionierten Atome der Glasscheibe durchbrochen haben.

Angenommen wir wollen die absolute und vollständige Realität von einer gewissen Sache oder einem gewissen Raum erfassen, müssten wir verstehen, zu welchen Teil wir diese absolute Realität wirklich selbst erleben. An diesem Punkt verlinke ich auf ein Video. Prof. Dr. Wolf Singer

Stellen wir uns einen 4 Dimensionalen Raum vor uns vor. x, y, z, t. Oder anders gesagt, ein Raum mit Höhe, Breite, Tiefe und Zeit. Damit wir ein schön rundes Beispiel haben, verpassen wir den drei Raumdimensionen eine Kantenlänge von einem 1 Meter und der Zeitdimension eine Ausdehung von über 1 Stunde. Nun haben wir einen herrlichen 1m³ großen gedachten Raum der 1 Stunde existiert. Was innerhalb dieses Würfels innerhalb einer Stunde passiert ist nun die absolute Realität.

Wenn wir uns nun vor diesen 4D Raum stellen, und ihn betrachten, nicht um seine Realität zu erfassen, sondern um ihn einfach anzuschauen, da wir ihn einfach für schön halten, erfassen wir das, was uns als Menschen von unseren "Sensoren", also Nerven oder sprich Sinnesorgane übermittelt wird. Diese Informationen die wir erhalten, und dass ist ein ganz entscheidener Punkt, sind stark begrenzt. Und zwar so stark, wie wir es aus dem alltäglichen Leben niemals schlussfolgern würden.

Betrachten wir zunächst, wie stark wir "begrenzt" sind. Wie auch Herr Singer in dem Video oben betonte, können wir nur einen Bruchteil von der Bandbreite der gesamten Wellenlängen sehen, die uns die elektromagnetischen Wellen präsentieren. Wie man auf diesem Bild (von dieser PDF) sehen kann, ist der Anteil des sichtbaren Lichtes gegeüber dem ganzen Spektrum minimal.



Das gleiche gilt für die Ohren. Hunde hören um mehrere Faktoren besser. Für die Augen. Adler sehen ebenfalls um zig Faktoren schärfer als wir. Für die Nasen. Auch hier sind uns beispielsweise Hunde haushoch überlegen. Dazu kommt der Geschmackssinn sowie der Tastsinn (um genau zu sein, kommen auch noch 4 weitere hinzu, Gleichgewichtssinn, Schmerzsinn, Temperatursinn und die so genannte 'Tiefensensibilität', also Reize aus dem Körperinneren). Nehmen wir diese Informationen des Raumes "voll Realität" gebündelt zusammen, müssen wir feststellen, dass wir, selbst wenn wir jeden einzelnen Sinn eingesetzt hätten, bereits einen enormen Informationsverlust erfahren haben. Der Raum ist nur zu einem Bruchstück bei uns überhaupt erst angekommen.

Nun werden die gesammelten Informationen, elektrische Signale, von unserem Verstand zusammen gesetzt. Dies wird zusätzlich von jedem Menschen unterschiedich getan, denn alles was wir auffassen, passiert bewusst als auch unbewusst einer Sortierung als auch Kategorisierung. Wir teilen es nicht nur nach "wissenwert" und "Nicht wissenswert" ein, wir beurteilen es auch nach dem Stand unseres Wissens. An dieser Stelle müssen wir uns auch fragen, was Wissen ist. Hier kann man ziemlich einfach sagen: Wissen ist die Summe unserer Erfahrungen. Also je nachdem, welche Erfahrungen wir gemacht haben, also was für ein Wissen und was für eine Mentalität wir haben, beurteilt jeder von uns das gewonnene Wissen anders. Die Unterschiede können so groß wie Tag und Nacht sein, oder so gering sein, dass es nicht wert wäre, sie aufzuzeigen. Es ist aber gut uns sinnvoll, zu wissen, dass diese Unterschiede bestehen.


Wenn ich über diese Punkte am nachdenken bin, kommen mir verschiedene Fragen:

Können wir verstehen was Realität ist?
Wenn ja, können wir sie erfassen?
Was bedeutet für uns die Erkenntnis, zu wissen, dass wir doch nur so wenig der absoluten vollständingen Realität erfassen?
Und dass zu jedem einzelnen Augenblick des Lebens, in jeder einzelnen Situation?


Vielen Dank dass du diesen Text gelesen hast. Was ich hiermit bewirken wollte, ist zum einen das Anregen über dieses Thema nachzudenken. Andererseits interessieren mich eure Meinungen. Was haltet ihr von der sogenannten Realität? Was haltet ihr von meinem Beispiel mit dem 4D Raum und ist es eventuell ausbaufähig? Habe ich etwas nicht bedacht oder könnt ihr mich in irgendeiner Art und Weise verbessern oder mir Hinweise geben? Ich bin definitiv gespannt.

Cheers
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